Exkursion in den Raum Stuttgart SS2019

Um den Studierenden die Möglichkeit eines Einblickes in die praktische Arbeit eines Wirtschaftsingenieurs geben zu können, bot die Arbeitsgruppe Innovation und Konstruktion auch im Sommersemester 2019 eine dreitägige Exkursion in den Raum Stuttgart an. Durch die Besichtigung vier unterschiedlicher Unternehmen konnten die Teilnehmer tiefe Einblicke in verschiedene Branchen gewinnen.

Die Studierenden starteten am Sonntag, den 19. Mai, mit einem Reisebus in Richtung Rothenburg ob der Tauber, um noch am selben Abend in der ortsansässigen Jugendherberge einzuchecken. Den Abend ließen sie gemeinsam mit den Dozenten bei einem gemeinsamen Burgeressen ausklingen.    

Am nächsten Morgen machte sich die Exkursionsgruppe in das gut 70 km entfernte Waldenburg auf, um die dort ansässige R.STAHL Schaltgeräte GmbH zu besichtigen. Das börsennotierte Unternehmen ist Hersteller von Produkten, Systemen und Dienstleistungen für Explosionsschutz und Anlagensicherheit. Das Produktportfolio umfasst unter anderem explosionsgeschützte LED-Leuchten, Steuerkästen, Signalgeräte und Überwachungstechnik, welche sich in der Gas- und Ölindustrie, der Chemie und Pharmazie sowie in der Nahrungsmittelindustrie und dem Schiffbau wiederfinden. Das Traditionsunternehmen besteht bereits seit 140 Jahren und ist heute global tätig – mit Tochtergesellschaften in 24 Ländern und 7 Produktionsstandorten weltweit. Vor Ort empfingen unternehmensinterne Dozenten die Studierenden mit einer Präsentation des Unternehmens. Neben einem spannenden Einblick in aktuelle Zahlen und die Unternehmensgeschichte gab die R.STAHL Schaltgeräte GmbH den Studierenden einen Überblick über die Strategien im technischen Vertrieb sowie im Lean-Management. Anschließend wurde die Gruppe von einem Expertenteam durch die Fertigung der R.STAHL Schaltgeräte GmbH geführt. Dabei konnten die Studierenden die Fertigung explosionsgeschützter Komponenten Schritt für Schritt verfolgen. Die R.STAHL Schaltgeräte GmbH bot den Studierenden einen Einblick in die eigene Werkzeugmacherei, die Fertigung von faserverstärkten Kunststoffkomponenten und die Montage kleiner bis mittelgroßer Serien. Die Führung endete im hauseigenen Versuchslabor, in welchem der Exkursionsgruppe die für die Erlangung einer Explosionsschutz-Zertifizierung notwendigen Versuche erläutert wurden. Der Aufenthalt endete mit einem gemeinsamen Mittagessen in der firmeneigenen Kantine. Hier hatten die Studierenden nochmals die Möglichkeit, in legerer Atmosphäre näher mit dem Expertenteam ins Gespräch zu kommen.

Der Besichtigung der R.STAHL Schaltgeräte GmbH folgte eine Führung durch die KS Kolbenschmidt GmbH, einem Unternehmen der Rheinmetall Automotive AG in Neckarsulm. Unter der Marke Kolbenschmidt produziert Rheinmetall Automotive Kolben für Otto- und Dieselmotoren im Bereich Personen- und Nutzfahrzeuge und gehört in diesem Segment weltweit zu den führenden Herstellern. Darüber hinaus werden Kolben für 2-Taktmotoren und Kompressoren, Großkolben für stationäre Motoren, Schiffsdiesel und Lokomotiven sowie metallische Gleitlager entwickelt und hergestellt. Zum Kundenstamm des Geschäftsbereiches gehören seit langer Zeit viele namhafte Automobilhersteller. Die Hauptabsatzmärkte der Marke Kolbenschmidt sind Europa, Nord- und Südamerika sowie Asien. Vor Ort wurde die Gruppe freundlich von zwei ehemaligen Werkstattmeistern empfangen. Nach einer kurzen Einführung in die Unternehmensgeschichte der Rheinmetall Gruppe und einem Einblick in aktuelle Geschäftszahlen, bekamen die Studierenden, aufgeteilt in zwei Gruppen, eine Führung durch verschiedene Bereiche der Fertigung. Die Führung begann in der Gießerei, in welcher Zylinderblöcke für namhafte Automobilhersteller gefertigt werden. Dabei unterscheiden sich die Herstellungsmethoden maßgeblich durch das Preissegment der Hersteller. So werden die Zylinderblöcke für Mittelklassewagen durch Aluminiumdruckguss gefertigt, wohingegen die Zylinderblöcke der Oberklassewagen im Niederdruckgussverfahren hergestellt werden. Neben der Besichtigung der Gießerei bot sich ein Einblick in die Sandkernherstellung für Gussformen. Weiter konnte die Exkursionsgruppe die Nachbearbeitung von Gussteilen sowie die Fertigung von Schiffszylindern beobachten. Der erste Exkursionstag endete mit dem Check-In in der Jugendherberge Stuttgart -Bad Cannstatt und einem Abend zur freien Verfügung.

Der nächste Tag begann mit einer Besichtigung des EnBW Wasserkraftwerkes in Untertürkheim. Die EnBW Energie Baden-Württemberg ist ein börsennotiertes Energieversorgungsunternehmen mit Sitz in Karlsruhe. Das Unternehmen ist nach RWE und E.ON das drittgrößte Energieunternehmen in Deutschland. Die Gruppe wurde von einem Mitarbeiter der EnBW freundlich empfangen und erhielt einen weitreichenden Einblick in die Zahlen, das unternehmerische Umfeld der EnBW sowie in die Entwicklung nachhaltiger Energieerzeugung. Dem ausführlichen Vortrag schloss sich eine Besichtigung des Wasserkraftwerks an. Die Exkursionsgruppe erhielt hierbei Einblick in die Stromerzeugung mittels Wasserturbinen. Die Besichtigung endete im Kontroll- und Überwachungscenter des Wasserkraftwerks.

Anschließend machte sich die Gruppe auf den Weg nach Vaihingen, welcher für einen kurzen Stopp zur mittäglichen Stärkung im Breuningerland Ludwigsburg unterbrochen wurde. In Vaihingen besichtigte die Gruppe die alwa Mineralbrunnen GmbH. Seit 1973 gewinnt die alwa Mineralbrunnen GmbH Mineralwasser aus den Quellen des Naturparks Stromberg Heuchelberg und füllt dieses im Brunnenbetrieb in Sersheim ab. Als einziger Mineralbrunnen in Baden-Württemberg verfügt das Unternehmen über eine hauseigene Kelterei, in der heimische Äpfel zu Saft verarbeitet werden. Neben Mineralwasser bietet das Unternehmen ein breites Sortiment von Schorlen über Limonaden bis hin zu Vitamingetränken. Abgefüllt wird das Mineralwasser aus der hauseigenen Quelle in PET und Plastikmehrwegflaschen unterschiedlicher Marken. Ein Braumeister der alwa Mineralbrunnen GmbH stand den Studierenden vor Ort Rede und Antwort. Während der Besichtigung beeindruckte das Unternehmen nicht nur durch eine hohe Taktzahl von 32.000 Flaschenabfüllungen pro Stunde, sondern auch durch einen hohen Automatisationsgrad der ganzen Anlage. So verfügt die alwa Mineralbrunnen GmbH z.B. über ein komplett automatisches Palettenfördersystem. Die innovative Kooperation mit einem konkurrierenden Mineralwasser-Abfüllunternehmen wird durch eine 9km lange Pipeline in das benachbarte Dorf ermöglicht. Abschließend überraschte das Unternehmen die Studierenden mit einer Auswahl der neusten unternehmenseigenen Getränke. Nach kurzweiliger Busfahrt über Würzburg und durch den Thüringer Wald erreichte die Exkursionsgruppe gegen 22:30 die EAH Jena.

Die Exkursion im Sommersemester 2019 war ein voller Erfolg. Die Studierenden erhielten einen umfangreichen Einblick in die technischen und wirtschaftlichen Prozesse der besuchten Unternehmen. Dadurch erhielten die Studierenden die Möglichkeit, ihre theoretischen Kenntnisse durch Einblicke in die Praxis zu festigen und ein Verständnis für Vorgänge innerhalb der besichtigten Unternehmen und Branchen zu erlangen.