Exkursion in das Ruhrgebiet SS 2011

In diesem Semester führte uns die Exkursion in den Ballungsraum Ruhrgebiet, wo wir uns verschiedene mittelständische Unternehmen ansehen konnten, die mit ihren Produkten trotzdem Weltmarktführer sind. Bereits am Sonntag startete die Exkursion in Jena, und am frühen Abend fanden wir uns in der Jugendherberge Neuss ein, von wo wir am nächsten Morgen ins siegerländische Hilchenbach aufbrachen. Dort sind die Geschäftsbereiche Warm- und Kaltwaltzwerke der SMS Siemag AG beheimatet. Nach einem Vortrag über das Unternehmen und seine Geschäftsbereiche wurden wir durch die hervorragend ausgestattete Lehrlingswerkstatt geführt, und anschließend erhielten wir einen Einblick in die Produktion, wo aufgrund der riesigen Dimensionen die Fertigung mit entsprechend großen Maschinen durchgeführt wird. Auch die Montage und der Transport der Teile waren sehr interessant. Im Anschluss an die Führung wurden wir noch zum Mittagessen eingeladen, und danach fuhren wir direkt weiter nach Düsseldorf, um uns die Vallourec & Mannesmann Tubes GmbH anzusehen.

In einem kurzen Vortrag wurde uns die Geschichte der Fertigung nahtloser Röhren bei den Mannesmannröhren-Werken AG dargestellt, bis man 1997 nach über einhundert Jahren der Fertigung ein Joint Venture mit der Röhrensparte des Vallourec – Konzerns einging. Dabei wurden uns die Techniken Stopfenwalzen und Pilgerschrittverfahren erläutert, welche wir anschließend bei einer Führung durch die Werkshallen selbst sehen konnten. Beeindruckend war insbesondere das Pilgern, wo wir aus der Nähe beobachten konnten wir das glühende Vormaterial durch ein Walzenpaar geführt wurde, dass die hin- und hergehende Bewegung ausführt, welche dem Verfahren den Namen gibt.

Schließlich fuhren wir zu unserer Jugendherberge in Köln, wo wir den Abend bei einem kurzen Bummel in der Innenstadt ausklingen ließen. Am folgenden Tag ging es bei der igus GmbH in Köln weiter, die zwei wesentliche Geschäftsfelder hat: Energieketten mit den zugehörigen Leitungen und Kunststoff–Gleitlager. Wir erhielten zunächst einen Einblick in die verschiedenen Kunststoffe und ihre Verwendung, bevor wir bei der Führung durch das Werk die Fertigung der verschiedenen Teile ansehen konnten. Der Schwerpunkt auf die Kunststoffe machte diesen Besuch für uns sehr aufschlussreich, da die Bearbeitung dieses Werkstoffs ganz andere Maschinen und Arbeitsgänge erfordert als unser nächstes Ziel, die BPW Bergische Achsen KG.

Das Unternehmen mit dem Stammsitz in Wiehl, 50 km östlich von Köln, stellt bereits seit mehr als 100 Jahren Achsen mit Trommel- und Scheibenbremsen, Luft- und Blattfederungen sowie Pendel- und Lenkachsen her und ist in diesem Kerngeschäft die Nummer eins in Europa. Bei der Führung konnten wir über mehrere Werkshallen die Fertigung der Einzelteile sehen, die durch CNC Bearbeitungszentren und Spannroboter geprägt war. Anschließend ging es zur Montage, wo die Teile zu den verschiedenen Achssystemen zusammengefügt werden. Hierbei konnten wir diverse Techniken wie Schweißen oder spezielle Oberflächenbehandlungen beobachten.

Mit dieser Führung endete auch unsere sehr gelungene Exkursion, und wir traten die Heimfahrt nach Jena an.